Axiomy Verlag
Ein Hund für Jessi (Jugendroman)
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Sigrun Holstein: Ein Hund für Jessi

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Produktbeschreibung

Erhältlich ab dem 2.März 2017

Jessi lebt mit ihren Eltern in der Stadt. Ihr größter Wunsch ist ein eigenes Haustier. Doch der Vermieter und ihre Eltern machen dem einen Strich durch die Rechnung. Doch dann läuft Jessi ein herrenloser Hund zu, der sie vor einem Artgenossen beschützt. Aufopferungsvoll kümmert sie sich um den Streuner, der aus diesem Kampf Verletzungen davon getragen hat. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Denn wie soll sie ihren Eltern von Racker erzählen? Sie verstrickt sich immer tiefer in Ausreden und Lügen, bis ihre Eltern ihr auf die Schliche kommen. Das Blatt scheint sich zu wenden, als plötzlich ein Triebtäter in der Nachbarschaft auftaucht und Jessi in seine Fänge gerät. Kann Racker sie retten?

Weitere Informationen

Gewicht 200 g
Format

EPUB, MOBI, PDF, Taschenbuch

Über die Autorin

Sigrun Holstein

Sigrun Holstein

Sigrun Holstein schreibt seit Kindertagen gerne. Die Autorin beteiligte sich an einzelnen Anthologien, die durchweg für karitative Zwecke entstanden, die sie immer wieder gerne mit Beiträgen unterstützt.
Es entstanden in dieser Zeit viele Kurzgeschichten und Gedichte, die schon bald in ein erstes veröffentlichtes Jugendbuch übergingen. Von diesem Tag an war ihre Leidenschaft für Kinder- und Jugendromane entfacht.

In „Elfengeflüster“ behandelt die Autorin ein schwerwiegendes Thema – dem Missbrauch an Minderjährigen.

Mehr über die Autorin erfahren Sie unter:
www.flitzefeder.de

Buchtrailer

Leseprobe

Als Jessi sich nach einer Weile umsah, bemerkte sie, wie ihnen der Hund folgte. Ob er ihnen wohl bis nach Hause hinterherlaufen würde? Sie schaute immer wieder zurück, doch das Tier blieb stets in ihrer Nähe. An der Straßenbahnhaltestelle beobachtete er aus sicherer Entfernung, was Jessi und ihre Mutter taten. Schließlich kam die Tram und beide stiegen ein. Danach verlor Jessi den Border-Collie aus den Augen. Schade, dachte sie und blickte während der Heimfahrt verträumt aus dem Fenster. Dieser Hund hätte ihr gefallen und er hatte scheinbar auch sie ins Herz geschlossen. Immerhin war er ihnen bis zur Haltestelle nachgelaufen. Tja, so ein Tier wäre genau das Richtige!
Als sie mit ihrer Mutter wieder aus der Straßenbahn ausstieg, bemerkte Jessi, wie etwas zwischen den Füßen der anderen Fahrgäste hindurchwuselte. Sie traute seinen Augen nicht. Da sprang doch der Hund von vorhin aus dem Waggon. Wie war er unbemerkt hineingekommen? Jessi schüttelte schmunzelnd den Kopf, zwinkerte dem Border-Collie zu und folgte ihrer Mutter. Bei einem späteren Blick nach hinten erkannte sie, dass er ihnen immer noch hinterherlief. Innerlich jubelte Jessi. Vielleicht würde sich später eine Gelegenheit ergeben, mit dem Hund in den nahegelegenen Park zu gehen, während daheim das Mittagessen vorbereitet wurde.
Jessis Mutter sperrte die Haustür auf. Die Familie wohnte in einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus mit zehn Mietparteien. Der Hausmeister, Herr Paschek, bewohnte eine der drei Wohnungen im Erdgeschoss, gleich links neben dem Eingang. Er war ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse, mit meist schmierigen, kurzen, braunen Haaren. Vor allem wenn es um die Einhaltung der Hausordnung ging, war gar nicht gut mit ihm Kirschen essen. Er musterte sie mal wieder von oben bis unten. Man könnte meinen, dieser Mann wollte sie am liebsten fressen. Manchmal hatte Jessi richtig Angst vor ihm.
Die Grafs wohnten inzwischen seit fünf Jahren im ersten Stock. Es war eine schöne, helle, geräumige Vier-Zimmer-Wohnung mit einem Balkon.
Als Jessis Mutter nun das Treppenhaus betrat, meldete sich ihre Tochter zu Wort: „Du, Mama, ich geh kurz in den Park, vielleicht ist Maike noch bei Francesco in der Eisdiele. Zum Mittagessen bin ich pünktlich zu Hause, versprochen.“
„Ist gut. Schöne Grüße an Maike.“ Jessis Mutter trug die voll bepackten Einkaufstaschen nach oben und verschwand in der Wohnung.
Jessi ließ die Haustür wieder zufallen und sah sich nach dem streunenden Hund um. Sie entdeckte ihn hinter einem Strauch neben dem Wohngebäude. Er lugte vorsichtig zwischen den Zweigen hindurch.
Das Mädchen hockte sich hin und streichelte ihn. „Du bist mir ja einer! Verfolgst mich durch die halbe Stadt, nur damit ich dich noch mal streichle, was?“
Der Hund antwortete mit einem leisen Winseln und sprang auf.
„Hast du Lust, mit mir ein wenig in den Park zu gehen?“
Es schien, als ob der Hund Jessi verstanden hätte, und sprang aufgeregt um sie herum.
„Na dann komm!“ Sie kraulte ihn noch einmal hinter den Ohren und lief dann mit ihm in Richtung Park davon. Wem dieses Tier wohl gehörte? Ohne Halsband und Steuermarke war es wohl sehr schwer, sein Herrchen ausfindig zu machen. Was wäre, wenn der Besitzer gar nicht gefunden werden konnte? Durfte man einen solchen Hund behalten? Es wäre so schön, wenn dieser Streuner bei ihr bleiben könnte. Wenn nur der Vermieter nicht wäre und vor allem der Hausmeister, der penibel darauf achtete, dass niemand gegen die Hausordnung verstieß.
Im Park angekommen lief Jessi zur Hundewiese. Hier hatten alle Hundehalter Gelegenheit, sich mit ihren Vierbeinern zu tummeln und zu spielen. Jessi fand auch einen kleinen Ast, den sie ihrem neuen Freund unter die Schnauze hielt und dann fortwarf. Der Hund bellte kurz und sprang dem Stöckchen hinterher, um es gleich darauf wieder vor ihren Füßen abzulegen.
„Du bist aber ein schlaues Kerlchen! Wie heißt du eigentlich?“ Jessi überlegte eine Weile. Vor einiger Zeit hatte sie so einen alten Film gesehen. Darin kam auch ein Streuner vor, aber ihr fiel der Name nicht mehr ein. Doch dann hatte sie eine Idee:„Racker, das ist ein Name, der zu dir passt. Immerhin hast du es faustdick hinter den Ohren. Was hältst du von dem Namen? Racker!“
Dieser Name schien dem Border-Collie zu gefallen, denn er bellte kurz auf und sprang an Jessi hoch, um ihr mit der Zunge das Gesicht abzulecken.
„He, langsam du Schelm! Racker gefällt dir also.“ Sie nahm das Stöckchen vom Boden auf und warf es nochmals fort. Der Hund spurtete augenblicklich los, um es zurückzubringen.
Die beiden hatten eine Menge Spaß zusammen. Als Jessi auf die Uhr sah, war es höchste Zeit, nach Hause zu gehen. Ihre Mutter wartete bestimmt schon mit dem Mittagessen. Jessi rief nach Racker. Sofort kam er angelaufen und setzte sich schwanzwedelnd vor sie hin.
„Racker, ich muss jetzt nach Hause und kann dich leider nicht mitnehmen. Unser Vermieter mag keine Tiere. Aber wenn du vor dem Haus auf mich warten möchtest, dann komme ich nach dem Essen wieder runter. Vor unserem Hausmeister musst du dich aber in Acht nehmen.“
Racker winselte leise, und Jessi glaubte, er hätte verstanden. Sie rannte los, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren und der Hund folgte ihr in einigem Abstand.
Kurz bevor Jessi den Park verließ, begegnete es einem jungen Mann mit langen blonden Haaren. Er trug eine schwarze Lederjacke und eine dazu passende Hose.

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