Axiomy Verlag
Pflanzenerzählungen
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Isolde Kolbeck – Pflanzenerzählungen

11,99 25,00 

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Produktbeschreibung

In ihrem Buch schildert die Heilpraktikerin, zum besseren Verständnis in kleine Geschichten verpackt, die Arzneimittelbilder von spagyrischen Essenzen und deren Erlösung. Sie arbeitet seit 2005 in eigener Praxis mit spagyrischen Mischungen und einigen anderen Therapiemethoden. Isolde Kolbeck ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und zwei von drei Katzen in Kaltenberg/Bayern.

Mit zahlreichen farbigen Abbildungen.
112 Seiten

Weitere Informationen

Gewicht 311 g
Format

EPUB, Hardcover, MOBI, PDF

Trailer zum Buch

Über die Autorin

In ihrem Buch schildert die Heilpraktikerin, zum besseren Verständnis in kleine Geschichten verpackt, die Arzneimittelbilder von spagyrischen Essenzen und deren Erlösung. Sie arbeitet seit 2005 in eigener Praxis mit spagyrischen Mischungen und einigen anderen Therapiemethoden. Isolde Kolbeck ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und zwei von drei Katzen in Kaltenberg/Bayern.

Mehr über die Autorin unter: www.spirit-of-the-tree.de

Leseprobe

Sabal serrulatum – Zwergpalme

„Oh, Papa!” Sie seufzte.

Wie so oft, wenn sie an ihren verstorbenen Vater dachte.

Damals war alles viel zu schnell gegangen. Die Diagnose seiner Krankheit und dann sein Sterben. Es war keine Zeit gewesen für ein Gespräch, und der Schock über das baldige sichere Ende hatte es ihr unmöglich gemacht, ein derartiges Gespräch auch nur versuchsweise zu führen.

Es wäre so wichtig für sie gewesen. In den vielen Jahren nach seinem Tod stellte sich ihr immer wieder die Frage nach seiner Liebe. Und er fehlte. Jeden Tag. Es gab so viele Situationen, in denen sie ihn gern um Rat gefragt hätte, ihn einfach gern gehört hätte. Noch ein Seufzer, und sie wandte sich wieder ihrem Schreibtisch zu.

Wie sollte es weitergehen? Noch drei Rechnungen! Das Konto war fast leer! Und eigentlich wollte sie sich diesen Monat noch eine Hose kaufen – für den Alltag. Ging wohl wieder einmal nicht. Ganz kurz und leise schlich sich der Gedanke an ein Kleid, an einen Rock ein. Passte aber doch irgendwie nicht so recht zu ihr. „Hätte wohl doch eher ein Junge werden sollen“, dachte sie.

Beim Aufräumen ihres Schreibtischs stieß sie wieder auf die Blumensamen, die ihr eine liebe Freundin aus dem Urlaub mitgebracht hatte. Was sollte das nochmal werden? Sabal serrulatum – Zwergpalmen. Hilfe – wenn die alle aufgehen würden, hätte sie in jedem Zimmer mehrere Palmen!

Heute war ein guter Tag für die Saat, und so setzte sie die Samen in die Erde. Und als sie aufgegangen und groß genug waren, verteilte sie sie in verschiedene Töpfe.

Auch ins Schlafzimmer kamen zwei davon.

In der Nacht begann sie zu träumen. Ihr Vater stand vor ihr. Ihr liebevoller, gütiger Vater! „Papa, da bist Du ja!” Sie war so glücklich über das Treffen, dass sie zu weinen begann. „Geht es Dir gut, da, wo Du bist?”

„Mir geht es gut”, antwortete er.

Und dann sprach er weiter. Sie dachte, sie würde nicht richtig hören.

„Bitte verzeih‘ mir.”

„Aber was soll ich Dir verzeihen? Du warst der beste Vater, den ich mir vorstellen kann!” Ungläubig hörte sie die Worte ihres Vaters: „Es tut mir so leid, dass ich Dir ein falsches Frauenbild vermittelt habe. Du hattest immer das Gefühl, Du wärst nicht in Ordnung, so wie Du bist. Du denkst, es genügt nicht, nichts genügt. Deshalb arbeitest Du viel zu viel und es reicht immer noch nicht. Aber das ist falsch. Du bist eine wundervolle Frau und eine wunderbare Tochter. Und es ist schön, was Du hier für uns alle tust. Deine Arbeit im Familiensystem und Deine mediale Lösungsarbeit wirken auch hier und erleichtern es uns allen hier drüben, weiterzukommen, und es hilft uns bei unserer Weiterentwicklung. Mir, unserer Familie und dem großen Ganzen. Es ist unendlich wertvoll, was Du hier tust.

Und bitte mach so weiter. Ich bin so stolz auf Dich. Ich wünsche mir so sehr, dass Du es schaffst, in Deine weibliche Kraft zu kommen. Es ist in Ordnung, als Frau Erfolg zu haben. Und es ist ein Geschenk, eine Frau wie Dich zur Tochter zu haben. Geh Deinen Weg, Du machst das richtig. Du hast Deine Lebensaufgabe schon gefunden und Du wirst einen Weg finden, sie zu erfüllen. Aber zuerst – bitte vergib‘ mir, dass ich Dir das zu Lebzeiten nicht vermitteln konnte.

Und bitte gib mir jenen Anteil zurück, den Du für mich trägst. Das ist sehr wichtig für mich hier ‚drüben‘”.

Sie war zu verblüfft, um sprechen zu können. Also nickte sie nur. Und als sich ihr Vater für die Rückgabe bedankte, geschah etwas noch Unglaublicheres: Vor ihren Augen verjüngte sich ihr Vater, so wie sie ihn letztendlich nur von Fotos kannte.

„Ich danke Dir”, sagte ihr Vater noch einmal. „Ich bin so glücklich, Dich zur Tochter zu haben. Danke für alles.“

Und dann verblasste das Bild.

Sie öffnete die Augen. Sie war in ihrem Bett, in ihrem Schlafzimmer.

Es war ein Traum gewesen. Doch tief in ihrem Inneren wusste sie, dass sich diese Begegnung real zugetragen hatte.

Auf einer Ebene, die wir mit unserem Bewusstsein noch nicht erfassen können.

In der Zeit nach dieser Nacht veränderte sich alles. Sanft und doch spürbar.

Zuerst war da die Sache mit dem Geld. Was ihr so oft so viele schlaflose Nächte und Sorgen bereitet hatte, verwandelte sich zusehends in einen entspannteren Umgang damit. Ihr Vertrauen, dass für sie gesorgt würde, die Sicherheit, geführt zu werden, wuchsen mehr und mehr.

Und dank ihres neuen Selbstvertrauens erlangte sie durch ihre Arbeit auch endlich den lang ersehnten Erfolg.

Zudem begann ganz langsam ihre innere Frau zu erwachen: Von dem ersten ‚übrigen‘ Geld kaufte sie sich ein Kleid, das ihre Weiblichkeit sanft unterstrich. Sie konnte auch plötzlich die Blicke wahrnehmen, die ihr folgten – und sie genießen.

Heute hatte sie wieder einmal in der Nähe des Friedhofs zu tun, in dem ihr Vater begraben war.

Sie hatte sich extra Zeit freigehalten, um ihn dort zu besuchen. Beim letzten Mal hatte sie weinend den Friedhof verlassen.

Heute stand sie glücklich lächelnd vor dem Grab. Sie hatte Ruhe gefunden. Es war geklärt. Ihr Vater hatte sie geliebt und liebte sie immer noch. Und er war stolz auf sie.

Sie zündete eine Kerze für ihn an. ‚Liebe bleibt‘, stand auf dem Grabstein.

„Ja”, sagte sie. „Danke, Papa.”

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